Wagenheber - Die unterschiedlichen Modelle und ihre Funktionsweise

Zunächst einmal ist der Wagenheber ein Werkzeug, welches es Ihnen ermöglich die Zugänglichkeit zum Fahrzeug, für Reparaturen, zu gewährleisten. Wie bereits oben angemerkt, kommt der Wagenheber, im häuslichen Gebrauch, für den Reifenwechsel zum Einsatz. Sollten Sie einmal eine Panne im Straßenverkehr haben, verfügt jedes Auto über einen kleinen Scherenwagenheber.

Die Bandbreite der Wagenherber im Einzelhandel ist jedoch weitaus umfangreicher. Es gilt zwischen den Folgenden Modellen zu unterscheiden:

  • Zahnstangengewinde
  • Spindelwinde
  • Hydraulikantrieb
  • Luftkissen

Die Bezeichnungen der einzelnen Wagenheber variieren zum Teil, sodass wie Ihnen nachstehend die unterschiedlichen Typen näher erläutern wollen.

Der Rangierwagenheber

Die meisten Modelle dieser Kategorie verfügen über einen Hydraulikantrieb, welcher mittels Hebearm ausgeführt wird. Das Besondere bei dieser Art Wagenheber ist die Manövrierfähigkeit. Der Rangierwagenheber verfügt über zwei starre Rollen und zwei bewegliche Rollen, welche Sie um 360 ° drehen können. Durch die hohe Beweglichkeit, lässt sich dieses Modell mit Leichtigkeit zuverlässig in die gewünschte Position bringen.

Der Wagenheber verfügt über einen Hebearm und eine tellerförmige Auflagefläche. Der veraltete Kettenantrieb wurde vollständig durch den Hydraulikantrieb ersetzt. Um das Fahrzeug anzuheben, muss der Hebel betätigt werden, welcher die Hydraulikflüssigkeit in einen Kolben pumpt, welcher wiederrum den Wagen anhebt. Dieser Hebel ist abnehmbar und dient gleichzeitig zum Rangieren.

Die Auf- und Abbewegung des Hebels erfordert nicht viel Kraft. Wenn Sie das Auto wieder absenken wollen, müssen Sie das Ventil betätigen, was jedoch ein wenig Übung und Fingerspitzengefühl benötigt, sodass der Wagen nicht rückartig abgesenkt wird und auf den Boden knallt.

Bei günstigen Modellen muss der Hebearm auf die Ventilachse umgesteckt werden. Hochwertige Geräte haben eine Verbindung zwischen der Ventil- und der Hydraulikachse, sodass eine Drehung des Griffs ausreicht, um zwischen den beiden Funktionen umzuschalten.

Nach dem gleichen Prinzip funktionieren auch die Stempelwagenheber. Diese verfügen allerdings nicht über Rollen und müssen per Hand platziert werden.

Vorteile:

  • einfache und schnelle Bedienung
  • hohe Rangierfähigkeit
  • wenig Kraftaufwand
  • sicherer Stand

Nachteile:

  • Ablassen erfordert Übung
  • hohes Gewicht
  • günstige Hydrauliksysteme sind fehleranfällig

Scherenwagenheber

Diese Wagenheber sind an ihrer charakteristischen Rautenform zu erkennen. Die eine Seite des Gerätes liegt auf dem Boden auf, wobei die zweite Seite am Unterboden des Fahrzeuges einrastet.

Das Auto wird durch die Drehung an der Spindelwinde angehoben. Die Drehung der Kurbel erfolgt von Hand. Allgemein, die gesamte Hebe- und Senkvorrichtung erfolgt mechanisch. Bei diesem Modell gibt es keine automatische Absenkvorrichtung.

Der Scherenwagenheber gehört zu der Grundausstattung eines jeden Fahrzeugs und eignet sich daher besonders für den mobilen Gebrauch. Der breite Standfuß ermöglicht es Ihnen das Gerät auch auf unebenen Flächen zu verwenden, wobei die Standfestigkeit gegenüber anderen Modellen, wie zum Beispiel dem Rangierwagenheber, deutlich schlechter ist.

Vorteile:

  • leicht
  • mobil einsetzbar
  • besonders für Pannen geeignet

Nachteile:

  • geringere Standfestigkeit
  • hoher Kraftaufwand beim Anheben
  • bietet keine Rangierfähigkeit

Luftkissenwagenheber

Luftkissenwagenheber oder Ballonwagenheber bestehen aus besonders reißfestem Kunststoff, welcher mit den ausströmenden Gasen des Fahrzeugs aufgepumpt wird. Dadurch, dass sich der Luftkissenwagenheber aufbläst, wird der Wagen angehoben.

Der Wagengeber kann dabei auch auf sandigem oder weichem Untergrund verwendet werden. Entwickelt wurden diese Wagengeber für den Rallysport. Im häuslichen Gebrauch finden diese Wagenheber, aufgrund des hohen Preises, selten Verwendung.

Dennoch bieten die Ballonwagenheber, für all diejenigen die keinerlei Kraft zum Heben des Fahrzeugs verwenden möchten, eine echte Alternative. Bei der Verwendung müssen Sie jedoch besonders darauf achten, dass keine spitzen Gegenstände unter dem Luftkissenwagenheber liegen, welche das Material beschädigen können.

Vorteile:

  • schnelles und einfaches Anheben des Wages
  •  einfaches Absenken
  • keinerlei Kraftaufwand für das Anheben

Nachteile:

  • hoher Kostenfaktor
  • korrekte Positionierung bedarf Übung

Kaufberatung: Worauf muss ich besonders achten?

Auf dem Markt gibt es zahlreiche Wagenheber. Die Preisspanne der Modelle reicht von 20 Euro bis über 200 Euro, sodass es schwierig sein kann den für Sie idealen Wagenheber zu finden.

Es ist letztendlich egal, wo Sie Ihren Wagenheber erwerben, denn auch im Geschäft bietet sich ein Selbsttest in der Regel nicht an. Beim Kauf im Internet haben Sie den Vorteil, dass Sie auf zahlreiche Kaufbewertungen zurückgreifen können und somit einen viel kritischeren Einblick bekommen können.

Egal wo Sie Ihren Wagenheber erwerben, achten Sie besonders auf Typ und Antrieb, die Tragkraft, die Hubhöhe sowie die Unterfahrhöhe! Diese Faktoren sind enorm wichtig und sollten daher maßgeblich kaufentscheidend sein.

Typ und Antrieb

Grundsätzlich unterscheiden wir hier zwischen hydraulischen und mechanischen Modellen. Bei der Wahl des Antriebes sollten Sie sich an Ihre persönlichen Vorlieben halten.

Hydraulische Wagenheber ermöglichen ein leichteres Anheben sowie ein einfaches Abpumpen und überzeugen durch eine gute und sichere Standfestigkeit. Voraussetzung ist jedoch ein sehr ebener und gerader Untergrund.

Mechanische Wagenheber erfordern einen weitaus höheren Kraftaufwand und verfügen selten über eine vergleichbare Standfestigkeit wie hydraulische Wagenheber. Sofern Sie nicht über so viel Platz verfügen, kommen Sie vielleicht mit den platzsparenden mechanischen Modellen besser zurecht.

Die Tragkraft

Wenn Sie Ihren Wagen anheben, müssen Sie nur circa ein Viertel des Gesamtgewichts bewegen. Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie einen Wagenheber erwerben, der das Gewicht des Fahrzeugs anheben kann.

Das Gewicht Ihres Fahrzeuges entnehmen Sie Ihrem Fahrzeugschein oder der Bedienungsanleitung. Für Kleinwagen, Limousinen und SUV, die nicht über 3t wiegen, reichen Wagenheber mit einer maximalen Tragkraft von 1t – 1,5t aus.

Die maximale Tragkraft handelsüblicher Wagenheber liegt bei circa 3t.

Die Hubhöhe

Die Hubhöhe gibt an, wie weit der Wagenheber ausgefahren werden kann. Je nach Modell des Fahrzeuges, muss die Hubhöhe angepasst werden. Kleinwagen kommen meistens mit einer Hubhöhe von bis zu 30 cm aus. SUVs benötigen einen deutlich größeren Wagenheber.

Um die notwendige Hubhöhe bestimmen zu können, sollten Sie die Höhe von der Unterkante Ihres Fahrzeuges bis zum Boden messen und circa 5-10 cm addieren. Somit erhalten Sie die notwendige Hubhöhe für Ihr Fahrzeug.

Die Unterfahrhöhe

Diese Größe gibt an, wie klein der Wagenheber mindestens werden kann. Diese Größe spielt bei normalen Fahrzeugen selten eine Rolle. Bei tiefergelegten Autos oder Sportwagen, ist die Unterfahrhöhe beim Kauf unbedingt zu beachten.

Einfache Scherenwagenheber verfügen meistens über eine Mindesthöhe von 8cm.

Wichtige Tipps für den Reifenwechsel

Um Unfälle beim Reifenwechsel zu vermeiden, möchten wir Ihnen an dieser Stelle einige wichtige Hinweise zu korrekten Handhabung mit auf dem Weg geben.

  • Fahrzeug auf einem ebenen und harten Untergrund parken. Handbremse unbedingt anziehen.
  • Legen Sie einen Bremskeil oder einen Backstein an das diagonal gegenüberliegende Rad.
  • Lösen Sie vorsichtig die Radkappe.
  • Lösen Sie nun die Radmuttern durch eine Drehung gegen den Uhrzeigersinn. Lösen Sie die Radmuttern diagonal gegenüberliegend. Hierfür müssen Sie viel Kraft aufwenden. Gegebenenfalls kann es helfen den Hebel des Schlüssels zu verlängern, dies verringert maßgeblich die benötigte Kraft.
  • Sobald alle Muttern gelöst sind, verwenden Sie den Wagenheber. Achten Sie darauf, die Muttern nicht vollständig zu lösen.
  • Positionieren Sie den Wagenheber. Die genaue Position ist in Ihrem Handbuch vermerkt. Meistens wird der Wagenheber direkt vor der Hinterachse oder hinter den Vorderrädern angesetzt. Sollten Sie auf einem weichen Untergrund arbeiten, verwenden Sie ein Stück Holz als Unterlage.
  • Heben Sie nun den stetig an. Sobald der Reifen nur so gerade den Boden noch berührt, schrauben Sie die Muttern ab. Verwahren Sie diese an einem sicheren Ort!
  • Heben Sie nun den Wagen weiter an, bis das Rad in der Luft schwebt. Nehmen Sie das Rad ab und montieren das neue in Laufrichtung. Die Laufrichtung wird meistens auf dem Mantel mittels eines kleinen Pfeils angegeben. Ziehen Sie nun die Radmuttern, ebenfalls wieder diagonal gegenüberliegend, so fest wie Sie können.
  • Lassen Sie nun vorsichtig den Wagen herunter und ziehen Sie, sobald der Wagen wieder auf dem Boden steht, die Muttern nochmals nach. Nachdem Sie alle Reifen montiert haben, fahren Sie zur Tankstelle und überprüfen den Reifendruck.

Wagenheber – Häufig gestellte Fragen

  1. Kann ich ein beliebiges Öl für den hydraulischen Wagenheber benutzen?

Nein das können Sie nicht. Befüllen Sie auf keinen Fall Ihren Wagenheber mit einfachem Motoröl oder Salatöl. In der Regel müssen Sie ein spezielles Öl, mit der Kennzeichnung HLP 46, verwenden. Achten Sie jedoch unbedingt auf die Angaben des Herstellers.

  1. Welche Tragkraft sollte mein Wagenheber haben?

Die Tragkraft des Wagenhebers richtet sich nach dem Gewicht ihres Fahrzeuges. Für einen Kleinwagen reicht eine Tragkraft von einer Tonne vollkommen aus. Auch Limousinen, bis zu 2t, können mit einem solchen Wagenheber angehoben werden.

  1. Welcher Wagenheber ist für Wohnwagen und Geländefahrzeuge geeignet?

Für diese Art von Fahrzeugen sollten Sie einen Wagenheber mit einer maximalen Tragkraft von 2 bis 3 Tonnen verwenden. Achten Sie zudem darauf, dass der gewählte Wagenheber besonders standfest ist. Wenn Sie ein Auto mit mehr als 2 Tonnen anheben, verwenden Sie zu Ihrer persönlichen Sicherheit zusätzlich einen Unterstellbock.

  1. Welchen Wagenheber kann ich bei einem tiefergelegten Auto verwenden?

Nutzen Sie hier einen Wagenheber mit einer möglichst geringen Unterfahrhöhe. Es gibt Modelle mit einer Unterfahrhöhe von nur 75mm.

Wagenhebertest im WDR

Wagenheber Testsieger

Hier finden Sie eine Auflistung an Testberichten. Bitte beachten Sie bei Ihrer Recherche, dass ein Wagenheber Test nicht mit einem Wagenheber Vergleich gleichzusetzen ist. Bei einem Vergleich werden Produktdaten miteinandern verglichen, wohingegen ein Test eine physische Bewertung nach fest definierten Kriterien voraussetzt.

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