Motoröl

Damit ein Motor tadellos funktionieren kann, braucht er Öl. Das Öl sorgt im Motorraum für den nötigen Schmierfilm der einzelnen Motorenteile, sowie für die Kühlung. Durch diese wichtigen Funktionen wird Öl zu einem elementaren Bestandteil des Inventars eines jeden Autofahrers.

Damit das Öl seine positive Wirkung auf den Motor ausüben kann, muss es in regelmäßigen Abständen erneuert werden. Beim Ölwechsel fallen, je nach Werkstatt, sehr unterschiedliche Preise an. Sofern Sie sich etwas mit dem Öl, welches Ihr Motor benötigt auskennen, können Sie bares Geld sparen. In der Werkstatt zahlen Sie teilweise bis zu 20 Euro für einen Liter Motoröl. Bei einem durchschnittlichen Fassungsvermögen von bis zu 5 oder 6 Litern, kann der Ölwechsel eine teure, aber dennoch notwendige, Angelegenheit werden. Bringen Sie deshalb lieber Ihr eigenes Öl mit zur Werkstatt und sparen dabei entsprechend.

Der nachfolgende Vergleich soll Ihnen helfen sich intensiver mit den unterschiedlichen Sorten von Motorölen auseinanderzusetzen.

Motoröl und dessen Eigenschaften

Motoröle sind sogenannte Schmierstoffe. Bei den Schmierstoffen wird zwischen den Einbereichsölen, welche bis in die 1970er Jahre noch Standard waren, und den Mehrbereichsölen unterschieden. Erstere werden wiederum in Winter- und Sommeröle eingeteilt. Die Jahreszeit, in die der Ölwechsel fällt, muss ebenfalls in Bedacht genommen werden, sofern Sie sich für ein entsprechendes Öl entscheiden. Die Mehrbereichsöle sind hingegen weniger temperaturanfällig bzw. Temperaturabhängig. Diese können Sie das ganze Jahr über verwenden.

Das Öl und die darin enthaltenen Schmierstoffe sorgen im Motorraum für ein Mindestmaß an Reibung zwischen den metallischen Motorenteilen. Der Schmierfilm überzieht sämtliche Bauteile und erleichtert somit die mechanische Bewegung. Durch die geringere Reibung entsteht weniger Hitze im Innenraum des Motors, sodass das Öl ebenfalls zur Kühlung des Motors beiträgt.

Weitere Vorteile, die Sie durch die Verwendung eines guten Öls erreichen, sind eine passive Reinigung durch das Öl, sowie einen effektiven Schutz vor Korrosion.

Motoröle finden in jeder Art von Verbrennungsmotor ihre Verwendung, egal ob es sich um einen Rasenmähermotor oder einen Automotor handelt, und gelten somit als wichtiges Zubehör.

Beachten Sie jedoch: Nicht jedes Öl ist für jeden Verbrennungsmotor geeignet.

Worauf sollte ich beim Kauf von Motoröl achten?

Bevor wir Sie über die grundlegen Informationen aufklären, wollen wir Ihnen noch einen kurzen Tipp an die Hand geben.

Sofern die Garantie an Ihrem Wagen noch nicht erloschen ist, verwenden Sie, um die Garantieleistungen nicht unnötig zu gefährden, das Öl des Fahrzeugherstellers beim Ölwechsel.

Der Ölwechsel, so wurde früher gesagt, sollte alle 1000 bis 5000 Kilometer vorgenommen werden. Heutzutage ist dies überholt. Richten Sie sich eher an eine Marke von 50.000 Kilometern oder einen Zeitraum von 18 Monaten als Intervall für einen Ölwechsel.

Die Herstellung

Schmierstoffe, welche aus mineralischen Ölen bestehen, werden durch die Destillation von Erdöl gewonnen. Dieses Herstellungsverfahren gilt für sämtliche Schmieröle und es gibt sie nur als Einbereichsöle.

Teilsynthetische Öle, welche eine Mischung aus Einbereichsölen und synthetischen Ölen darstellen, werden durch ein individuelles Mischverhältnis gewonnen. Die synthetischen Öle verfügen über beigefügte Additive, welche die Qualität des Öls erheblich verbessern. Der Preis dieser Produkte ist höher, jedoch sind die Vorteile ebenfalls beachtlich:

  • Verbesserte Kaltstartqualität
  • Durchgehend verbesserte Schmierung, auch bei sehr hohen Temperaturen
  • Nachweislich geringerer Motorenverschleiß

Die SAE-Klassen

Die SAE-Klassen geben einen Überblick über die unterschiedlichen Arten von Ölen, sowie deren individueller Wirkungs- und Einsatzbereiche.

Sommeröle

Alle Motorenöle mit der Kennzeichnung SAE 16 oder SAE 20 sind Sommeröle. Die Kennzeichnungen reichen hierbei in Zehnerschritten von SAE 20 bis hin zu der Klasse SAE 60. Die Zahlen geben Ihnen Aufschluss über die Konsistenz des Öls. Ein hoher Zahlenwert, wie hier zum Beispiel SAE 60, ist eher dickflüssig. Zahlen am unteren Ende der Skala sind dünnflüssiger. Die Viskosität wird dabei immer in 100° Celsius angegeben.

Winteröle

Diese Öle sind mit Aufdrücken wie 0W oder 5W gekennzeichnet. Hier reicht die Skala in Fünferschritten bis zu dem Wert 25W. Diese Skala gibt Ihnen Aufschluss darüber, bis zu welcher Temperatur das Öl noch pumpbar ist. Bei einem Öl mit dem Wert 0W, kann es noch bei einer Temparatur von bs zu -40°C verwendet werden. Bei 5W bis zu -35°C und so weiter.

Mehrbereichsöle

Die Bezeichnung dieser Öle gibt einem Aufschluss über die niedrigste, beziehungsweise die höchste Viskosität des Öls. Die Werte, oder vielmehr die Kennzeichnungen, sind eine Kombination der vorherigen Klassen. Eine idealtypische Bezeichnung wäre zum Beispiel 5W-30. Je niedriger die Zahl vor dem W, desto flüssiger ist das Öl bei geringerer Temperatur.

Leichtlaufeigenschaften

Zahlreiche Motoröle weisen eine Leichtlaufeigenschaft auf, was bedeutet, dass der Motor, durch zugefügte Additive, besser läuft. Auf Dauer soll der Halter des Fahrzeugs, bei entsprechender Verwendung eines solchen Öls, Kraftstoff einsparen. Diese Zugaben gibt es allerdings nur in synthetischen und teilsynthetischen Schmierstoffen. Achten Sie darauf, ob der Fahrzeughersteller dieses Öl zur Verwendung freigegeben hat.

Entsprechende Öle weisen die Bezeichnungen 0W-20; 0W-30; 0W-40 oder 5W-30 auf.

Longlife-Eigenschaften

Die Longlife-Öle weisen die gleichen Eigenschaften wie Leichtlauföle auf. Diese Zusatzeigenschaft können Sie nur verwenden, wenn Sie ein Fahrzeug mit einem Longlife-Service haben. Ein Steuergerät im Inneren des Wagens berechnet dann automatisch den nächsten Termin für den Ölwechsel. Diese Funktion ist allerdings nur verfügbar, wenn Sie das Öl des Herstellers verwenden.

Häufige Fragen zum Thema Motoröl

Wo kann ich das alte Öl entsorgen?

Altes Motoröl zu entsorgen ist nicht sehr kompliziert. Sämtliche Verkäufer sind laut einer Verordnung dazu verpflichtet Altöl zurückzunehmen. Sofern Sie diesen Weg nicht gehen können, wende Sie sich an die kommunale Sammelstelle. Entsprechende Informationen gibt es in Ihrem lokalen Rathaus oder beim Bürgeramt.

Wenn Sie Glück haben und Ihr Mechaniker oder Ihr Tankwart sehr freundlich ist, nehmen diese das Altöl manchmal entgegen.

Kann ich mir mein Öl selber mischen?

Sofern Sie das vor haben, sollten Sie ganz genau wissen was Sie tun. Mischen Sie nur Öle, die für die gleiche Motorart sind.

Generell raten wir Ihnen davon ab Öle selber zu mischen. Auf keinen Fall vertragen sich Öle für 2-Takt und 4-Takt Motoren!

Wofür steht das W beim Öl?

Das W gibt an, dass es sich, bei dem entsprechenden Öl, um ein Winteröl handelt.

Hat Motoröl ein Verfallsdatum?

Ja, Motoröl hat ein Verfallsdatum. Eine verschlossene Flasche Motoröl ist aber sehr lange haltbar und kann ohne Probleme auch noch nach drei bis fünf Jahren verwendet werden.

Angebrochenes Öl ist maximal ein halbes Jahr haltbar.

Achten Sie auch darauf, dass sich bei der stetigen Entwicklung der Motoren auch die Anforderungen an das Öl verändern können!

Wann muss ich Öl nachfüllen?

Am besten Sie kontrollieren in regelmäßigen Abständen die Menge an Öl in Ihrem Motor. Wenn die Öllampe blinkt, ist es meistens schon viel zu spät.

Bekomme ich Motoröl wieder aus der Kleidung?

Den besten Reinigungserfolg verspricht Gallseife. Reiben Sie vor der Behandlung den Fleck mit Butter ein. Dies erleichtert die Fleckentfernung.

Viskosität, Freigaben, Funktion, Qualität

Motoröl Testsieger

Hier finden Sie eine Auflistung an Testberichten. Bitte beachten Sie bei Ihrer Recherche, dass ein Motoröl Test nicht mit einem Motoröl Vergleich gleichzusetzen ist. Bei einem Vergleich werden Produktdaten miteinandern verglichen, wohingegen ein Test eine physische Bewertung nach fest definierten Kriterien voraussetzt.

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