Allgemeines zum Blutzuckermessgerät

Ein Blutzuckermessgerät wird auch Glukometer genannt. Dieses gehört insbesondere bei einem festgestellten Diabetes zu der Grundausstattung der Hausapotheke. Damit kann man den aktuellen Blutzuckerwert herausfinden und anhand dessen entscheiden, welche Lebensmittel verzehrt werden dürfen und ob regulierende Medikamente notwendig sind.

Seit den 1980er Jahren hat es sich bei einem festgestellten Diabetes, gleich ob Typ I oder II, therapeutisch als Maßnahme etabliert, die Blutzuckerwerte mittels Messungen mehrmals am Tag zu kontrollieren und diese durch gezielte Lebensmittelwahl möglichst nah an den Normalwerten zu halten. Dadurch können die langfristigen Folgen von Hyperglykämie (Überzucker) sowie die kurzfristigen Folgen von Hypoglykämie (Unterzucker) vorgebeugt werden.

Die Werte werden in Abhängigkeit vom Ursprungsland der Herstellerfirma entweder in mg/dl oder mmol/l dargestellt. In der USA und Frankreich zeigen heimische Geräte beispielsweise mg/dl-Werte an, in Kanada und Australien wird das Maßverhältnis mmol/l bevorzugt. In Deutschland kommen aktuell beide Maßeinheiten zum Einsatz, so dass beim Kauf darauf zu achten ist.

Die verschiedenen Varianten von Blutzuckermessgeräten

Die herkömmliche Variante wurde bereits in den 1950er Jahren konzipiert, frühere Varianten wurden in den 1960er und 1970er in Krankenhäusern eingesetzt, das Gerät für den heimischen Gebrauch kam erst später auf den Markt. Eines der ersten Geräte war der Akku-Chek, daher ist dieser Firmenname auch heute für viele Synonym für diese Art von medizinischen Geräten.

Lange Zeit sträubten sich die Krankenhäuser dagegen, die Geräte als medizinische Notwendigkeit anzusehen, da die Messung der Glukosewerte für gewöhnlich im Labor erfolgte und dort die Werte nach wie vor präziser sind. Trotzdem bewährten sich diese Geräte aufgrund ihrer Bedienungsfreundlichkeit in der Praxis.

Heute werden in Krankenhäusern zwar Glukometer verwendet, diese unterscheiden sich jedoch von den heimischen Messgeräten, da sie die Ergebnisse direkt in die elektronische Gesundheitsakte des Patienten übertragen.

Blutzuckermessgerät kostenlos testen

Diabetiker müssen in der Regel ihre Blutzuckermessgeräte nicht selbst bezahlen. Hersteller verschenken die Geräte oft, lediglich für die später notwendigen Teststreifen sollte der Patient selbst aufkommen. Oft erhält man dazu auch die ersten Teststreifen gratis.

Die Anschaffungskosten eines Glukometers werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen, sofern dieses ärztlich empfohlen wurde und ein Rezept vorliegt.

Anwendung

Vor der Anwendung sollten Sie sich mit der Bedienungsanleitung bekannt machen. Ihre Hände und die Einstichstelle sollten sauber und trocken sein. Der Teststreifen wird an der vorgesehenen Stelle, in der Regel im unteren Bereich des Glukometers platziert. Die Einstichstelle wird mit einem Wattebällchen und Alkohol desinfiziert.

Das Gerät wird eingeschaltet und mit der mitgelieferten Lanzette einen Einstich gemacht. Anhand des Bluttropfens, der auf den Teststreifen aufgetragen wird, kann das Gerät innerhalb von wenigen Sekunden die aktuellen Werte berechnen.

Die Blutzuckerwerte variieren im Laufe des Tages. Daher ist es empfehlenswert, die Messungen mehrmals am Tag vorzunehmen. Zum Beispiel morgens am nüchternen Magen und zwei Stunden nach einer Mahlzeit.

Funktionsweise

Die meisten Blutzuckermessgeräte basieren auf der Oxidation von Glucose durch Glucose-Oxidase. Andere messen eine ähnliche Reaktion, welche durch das Enzym Glucose-Dehydrogenase katalysiert wird.

Die Teststreifen haben eine Oberfläche, die gerade so viel Blut aufnimmt, das für ein aussagekräftiges Ergebnis ausreichend ist. Die Glukose in dem Blut reagiert mit der Glucoseoxidase (oder Dehydrogenase) im Teststreifen.

Genauigkeit

Blutzuckermessgeräte entsprechen der ISONorm 15197:2013. Dabei ist eine gewisse Abweichung vom tatsächlichen Blutzuckerspiegel von etwa 15% erlaubt und geregelt. Genauer gesagt, dürfen Werte über 100 mg/dl um 15% abweichen, während Werte unter 100 mg/dl sich um maximal 15 mg/dl von dem tatsächlichen Wert unterscheiden dürfen. Deshalb kann die parallele Verwendung von mehreren Geräten gleichzeitig gewisse Diskrepanzen innerhalb der Werte aufzeigen.

Es gibt jedoch darüber hinaus eine Vielzahl an Faktoren, die die Genauigkeit der Messung negativ beeinflussen können, wie z.B. eine fehlerhafte Kalibrierung, die Umgebungstemperatur, das Volumen und die Qualität der Blutprobe, Medikamenteneinnahme vor dem Entnehmen der Blutprobe, Verunreinigungen, Luftfeuchtigkeit oder die Verwendung von bereits älterer Teststreifen.

Blutzuckermessgerät ohne Blut

Inzwischen sind auch Blutzuckermessgeräte erhältlich, die am Körper getragen werden und die Werte mittels Sensors laufend messen. Diese Art von Geräten verfügen über einen Touchscreen. Zunächst wird hier ein Glukose-Zielbereich eingestellt. Der Sensor selbst wird an der Oberarmrückseite befestigt. Etwa eine Stunde nach dem Anbringen können Sie bereits ihre Glukosewerte überprüfen, indem Sie das Messgerät nah an den Sensor halten.

Das funktioniert auch unabhängig davon, ob Sie Kleidung tragen. Sie können den Sensor je nach Hersteller ca. 2 Wochen lang verwenden. Danach schaltet er sich automatisch ab. Dieses Messgerät kommt ohne Einstiche aus, da es die Glukosewerte anhand des Unterhaut-Fettgewebes ermittelt. Noch werden die Kosten für diese Art von Geräten nicht von den Krankenkassen übernommen. An den Folgekosten beteiligen sich jedoch manche Krankenkassen mit einem Zuschuss. Der Sensor ist bis zu einem Meter Wassertiefe wasserdicht.

Nutzer dieser Variante berichten davon, dass der Gerätesensor aufgrund seiner Größe (etwa so groß wie ein 2-Euro-Stück) nicht weiter im Alltag stört und dass sie sich daran schnell gewöhnt haben und diesen nicht spüren. Man kann ihn in der Tat bei allen Aktivitäten, selbst beim Duschen und Sport ohne Bedenken anlassen.

Diese Generation von Blutzuckermessgeräten ist oft mit einer Software ausgestattet, welche die aufgenommenen Daten auch an den PC übertragen kann.

Kosten eines Blutzuckermessgerätes

Immer noch liegen die Kosten der herkömmlichen Blutzuckermessgeräte unter dem, was die Sensor-Geräte kosten. Einfache herkömmliche Startersets beginnen oft unter 10 Euro und kosten maximal 30 Euro, während die Sensor-Geräte deutlich teurer in der Anschaffung sind.

Die Folgekosten der herkömmlichen Variante liegen zwischen 25 bis 50 Cent pro Teststreifen, anhängig von dem jeweiligen Hersteller und der Packungsgröße. Diese sind Einwegprodukte und dürfen nicht mehrmals verwendet werden. Dazu kommen noch die Kosten für die Einweglanzetten – diese werden für die Einstiche verwendet. Die Kosten dafür liegen bei etwa 8-10 Cent pro Stück, Sie erhalten diese in der Regel im Großpack.

Bei einem Blutzuckermessgerät mit Sensor ist außer mit teureren Anschaffungskosten auch mit höheren Folgekosten zu rechnen. Ersatzsensoren benötigen Sie alle 14 Tage und sie kosten etwa 60 Euro pro Stück. Damit kostet Sie dieses System 120 Euro pro Monat. Manche gesetzliche Krankenkassen haben sich inzwischen dazu bereit erklärt, die Hälfte der Kosten zu übernehmen.

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Blutzuckermessgerät Testsieger

Hier finden Sie eine Auflistung an Testberichten. Bitte beachten Sie bei Ihrer Recherche, dass ein Blutzuckermessgerät Test nicht mit einem Blutzuckermessgerät Vergleich gleichzusetzen ist. Bei einem Vergleich werden Produktdaten miteinandern verglichen, wohingegen ein Test eine physische Bewertung nach fest definierten Kriterien voraussetzt.

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