Chronische Schmerzen mit Reizstromtherapie lindern

Reizstromgeräte werden zur Transkutanen elektrischen Nervenstimulation (TENS), auch elektrische Reizstromtherapie genannt, eingesetzt. Überwiegend findet die Reizstromtherapie Einsatz zur Muskelstimulation und bei Schmerzen.

Entwickelt wurde die Methode sowie das Tensgerät um das Jahr 1970 rum. Interessieren auch Sie sich für das Thema Reizstromtherapie und überlegen, sich ein Tens Gerät anzuschaffen, so finden Sie in unserem Ratgeber zahlreiche Fakten und Informationen, rund um das Thema. Außerdem verraten wir Ihnen, worauf Sie achten müssen, wenn Sie ein Reizstromgerät kaufen wollen.

Wichtiges auf einen Blick

  • die Anwendungsgebiete liegen ursprünglich in der Medizin und im sportlichem Bereich. Aber auch im Alltag finden Reizstromgeräte immer mehr Anklang
  • Unterschieden wird zwischen EMS- und TENS-Geräten
  • Anwendung erfolgt mit selbstklebenden Pads oder einer stationären Anlage, wo Elektroden fest verbaut sind

Die Funktion von einem Reizstromgerät

In der Physiologie sowie in der Medizin, wird die Reizstromtherapie zur Unterstützung von Heilungsprozessen, Behandlung chronischer Schmerzen und bei Inkontinenz angewendet. Dabei werden elektrische Impulse durch den Körper gesendet, welche Nerven als auch Muskeln stimulieren und kräftigen sollen.

Die bekannteste Art dieser ist der Herzschrittmacher, welcher im Herzmuskel Kontraktionen anregt.Bei der Reizstromtherapie zur Schmerzlinderung handelt es sich um ein professionelles Anwendungsgebiet. Daneben werden aber auch im Alltag und im Sport, Reizstromgeräte zum Muskelaufbau genutzt.

Anders als bei einem Herzschrittmacher, werden hier die Elektroden außen am Körper angebracht und über ein handgroßes Gerät mit Strom versorgt. Mögliche Behandlungspunkte sind hier die Knie, Hals, Bauch, Rücken und der Nacken.

Als Wellness-Body-Former können die Geräte Verspannungen lösen sowie Muskeln aufwärmen und straffen. Darüber hinaus erzielt die Behandlung eine schmerzlindernde Wirkung. Bei chronischen Schmerzen ist jedoch eine fachliche Anwendung ans Herz zu legen.

Hinweis
Alleine durch die Nutzung eines Reizstromgerätes können Sie nicht abnehmen. Um überflüssige Pfunde loszuwerden, sind eine gesunde Ernährung sowie Sport unerlässlich. Sind Sie nicht der Fan von Sport, bieten sogenannte Bauchweg-Gürtel vielleicht eine gute Alternative für Sie. Ein Sixpack, welches Sie durch Elektrosimulation erzielen, wird übrigens erst bei einem Fettanteil unter 15 % sichtbar.

Gibt es verschiedene Reizstromgerät-Typen?

In der Reizstromtherapie wird zwischen EMS Geräten und TENS Geräten unterschieden. Das EMS Gerät wird zur Muskelstimulation genutzt und soll Muskeln stärken und dessen Leistungsfähigkeit erhöhen. Ein TENS Gerät hingegen ist auf Schmerztherapie und Stimulation der Nerven ausgelegt. In der Reizstromgeräte-Kategorie erhalten Sie EMS- und TENS-Geräte, aber auch Kombigeräte, welche beide Elektrosimulationen besitzen, sind auf dem Markt erhältlich. Im Folgenden stellen wir Ihnen die Einzeltypen genauer vor.

EMS-Gerät

Ems Erfahrungen haben gezeigt, das EMS Geräte vor allem im Freizeit- und Sportbereich, zur Muskelentspannung, zur Körperverformung und zum Aufwärmen von Muskeln geeignet sind. Insbesondere am Rücken und Bauch, aber auch an den Oberarmen und Waden, stimulieren die elektrischen Impulse die Muskeln und erhöhen damit deren Leistungsfähigkeit. EMS steht dabei als Abkürzung für elektrische Muskelsimulation.

TENS-Gerät

Beim TENS-Gerät werden Elektroimpulse bei schwacher Frequenz, in Schmerznähe ausgelöst und erzeugen so Kontraktionen der Nervenbahnen. Dadurch wird der Schmerz unterdrückt und die Muskeln gestärkt. Wahrgenommen werden diese Impulse als leichtes Hautkribbeln.

Worauf sollte beim EMS und TENS Gerät kaufen geachtet werden?

Denken Sie über den Kauf eines Reizstromgerätes nach, wissen aber nicht, worauf es beim kauf ankommt? Dann ist unser folgende Kaufratgeber für Einsteiger und Neulinge genau das Richtige. Hier erfahren Sie, welche Kriterien beim Reizstrom Gerätekauf wichtig sind. So wissen Sie, worauf es ankommt und können Fehlkäufen effektiv vorbeugen.

Die Ausstattung

EMS und TENS Geräte gibt es in verschiedenen Größen und Ausführungen zu kaufen, wobei es hier vor allem auf die Kanal- und Padanzahl ankommt, aus denen sich das Reizstromgerät zusammensetzt.

Auf den Pads befinden sich die Elektroden, welche den Reizstrom leiten, während ein Kanal mehrere Pads durch ein Kabel miteinander verbindet. Bei den meisten Geräten werden die Pads wie ein Pflaster auf die Haut geklebt und sind untereinander als auch mit dem Bedienteil verbunden. Verfügt das Gerät über mehrere Kanäle, können Sie die Elektroden in unterschiedlicher Reihe anbringen.

Neben den klassischen Geräten, gibt es inzwischen auch Geräte auf dem Markt, welche sich als Bauch oder Rückengürtel sowie Fußmatte bezeichnen. Bei diesen Varianten sind die Elektroden im Bediengerät untergebracht. Die Behandlungsvorbereitung fällt somit wesentlich kürzer aus, da Sie nicht erst die Pads an verschiedenen Körperzonen befestigen müssen. Auch der Kabelsalat bleibt Ihnen erspart. Nachteilig können die Geräte nur für die Körperteile genutzt werden, auf die sie spezialisiert sind, sprich, die Reichweite ist sehr gering.

Die Programme

Jedes Elektrotherapiegerät stellt dem Nutzer voreingestellte Programme zur Verfügung, mit unterschiedlich starken Elektroimpulsen. Je nach Bedarf und Empfinden, können Sie die Stärke, Frequenz und Dauer, der elektrischen Impulse festlegen. Moderne Geräte bieten darüber hinaus Spielraum, für eigens festgelegte Zyklen. Zudem gibt es Modelle, welche gleichzeitig als Massagegerät fungieren.

Eine niedrige Frequenz bis 18 Hz, eignet sich nicht nur zur Massage, sondern hier mit werden auch langsam reagierende Muskelfasern angesprochen, welche eine gute Ausdauer benötigen. Höhere Frequenzen zwischen 30 und 50 Hz, werden für schnelle Muskelfasern benötigt. Über 50 Hz kann zudem ein Muskelaufbau stattfinden. Soll das EMS-Gerät zum Aufbau großer Muskeln genutzt werden, benötigen Sie eine Therapie mit langen Impulsen.

Für kleinere Muskeln reichten auch kurze Impulse aus. Die Stromstärke wird in Milliamphere angegeben und richtet sich nach der Nutzungshäufigkeit. Anfänger sollten mit einer niedrigen Impulsstärke beginnen und diese bei regelmäßiger Anwendung langsam steigern. Nutzen Sie das Gerät nur selten, sollten Sie auch konstant auf einem niedrigen Level verweilen.

Fernbedienung

Einfache Reizstromgeräte alssen sich über das Bedienteil programmieren und steuern. Wesentlich einfacher und entspannter ist es, wenn das Reizstromgerät mit einer Fernbedienung ausgestattet ist. Legen Sie also viel Wert auf Benutzerkomfort, sollten Sie zu einem modernen Gerät mit Fernsteuerung greifen.

Vorteile

  • individuelle Behandlung in verschiedenen Bereichen
  • ärztliche Therapien können zu Hause fortgesetzt werden
  • lindert Schmerzen
  • anerkannte Therapieform bei Krankenkassen

Nachteile

  • aufwendig
  • Behandlung muss mit dem Arzt abgesprochen werden
  • Folgekosten fallen an

Pflegetipps

Haben Sie sich ein Reizstromgerät in der Apotheke gekauft, sollten Sie auch die anfallenden Folgekosten mit einkalkulieren. Diese können je nach Angebot und Modell unterschiedlich ausfallen. So fallen bei EMS und TENS Geräten zum Beispiel Stromkosten an, welche jedoch variieren. Nutzen Sie das Gerät also häufig, sollten Sie sich vorab über den Stromverbrauch informieren. Am besten handelt es sich um ein Reizstromgerät mit Netzteil, damit Sie nicht regelmäßig neue Batterien kaufen müssen.

Auch für die Tens Elektroden, sprich, die Pads, fallen Folgekosten an, da regelmäßig neue Pads gebraucht werden. Hier ist nicht jedes Gerät mit universellen Klebepads kombinierbar und originale Pads sind oft kostenintensiv. Um vorhandene Pads daher möglichst lang nutzen zu können, sollten Sie die Haut vor der TENS Elektrodenplatzierung gründlich reinigen. Nach der Anwendung sollten Sie die Pads zudem mit lauwarmen Wasser abspülen, um Schmutz zu entfernen. Dadurch halten die Klebestreifen länger auf der Haut.

Trägt für ein TENS Gerät die Krankenkasse die Kosten?

TENS Geräte werden von einigen Krankenkassen als Therapieform anerkannt. Daher werden von vielen Krankenkassen die Mietkosten und in seltenen Fällen sogar die Kaufkosten übernommen. Eine Erstverordnung sollte einen Monat betragen. Danach ist eine Verlängerung oder gar eine Dauerverordnung möglich. Hilft Ihnen ein Reizstromgerät bei Rückenschmerzen oder anderen chronischen Schmerzen, kann es nicht schaden, bei Ihrer Krankenkasse einen Antrag auf Kostenübernahme der Miete oder des Kaufpreises zu stellen.

Werden die Kosten nicht übernommen und Ihnen erscheint der Kaufpreis zu hoch, drängt sich Ihnen vielleicht der Gedanke in den Weg, ein Reizstromgerät selber bauen zu wollen. Im Internet werden Sie dazu zahlreiche Anleitungen finden, doch zur therapeutischen Zwecken ist dringend davon abzuraten und lieber das Geld für ein professionelles Reizstromgerät zu investieren. Die Anleitungen im Internet beziehen sich in den meisten Fällen auf Reizstromgeräte, welche zu BDSM Zwecken eingesetzt werden sollen.

Bei folgenden Gebieten kommen TENS-Geräte zum Einsatz: 

  • Migräne und Kopfschmerzen
  • Gelenkeschmerzen und Nervenschmerzen
  • Wirbelsäulenschmerzen
  • schmerzende Muskeln, Muskelverspannungen
  • Rheumatische Schmerzen
  • im erotischen Bereich
  • Einsatz im logopädischen Bereich

Schwangere, Epileptiker und Parkinsonpatienten und Herzpatienten dürfen kein Reizstromgerät anwenden. Außerdem dürfen Sie die Elektroden nicht auf die Halsschlagader oder auf offene Wunden setzen.

Wie oft kann ein Reizstromgerät angewendet werden?

Wie oft Sie am Tag das Reizstromgerät verwenden, hängt von dem Ziel ab, welches Sie verfolgen. Zur Schmerztherapie wird empfohlen, dass Gerät vier ist fünf Mal mit 20 bis 30- minütigen Behandlungsdauer pro Tag zu nutzen. Im sportlichen Bereich sollten Sie nur ein Mal täglich zum Reizstrom zurückgreifen, da Sie die natürliche Muskelsteuerung so unterbrechen.

Geschieht der Muskelaufbau nicht schnell genug, können Sie zusätzlich Eiweißpulver zu sich nehmen und den Muskelaufbau so etwas Beschleunigen. Die durchschnittliche Frequenz liegt beim Reizstromgerät zwischen 30 und 50 Hz, was einer durchschnittlichen Kontraktionsdauer von 10 Sekunden entspricht.

Fazit

Im professionellen Bereich eignet sich ein Reizstromgerät ideal zur Schmerztherapie. Aber auch im Alltag finden immer mehr Reizstromgeräte Anwendung zum Muskelaufbau oder der sexuellen Stimulation. Mit Hilfe unseres Kaufratgebers finden Sie heraus, woran Sie ein gutes Reizstromgerät erkennen können und was Sie sonst noch wissen müssen.

Muskelaufbau mit Elektroreizen?

Reizstromgerät Testsieger

Hier finden Sie eine Auflistung an Testberichten. Bitte beachten Sie bei Ihrer Recherche, dass ein Reizstromgerät Test nicht mit einem Reizstromgerät Vergleich gleichzusetzen ist. Bei einem Vergleich werden Produktdaten miteinandern verglichen, wohingegen ein Test eine physische Bewertung nach fest definierten Kriterien voraussetzt.

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