Japansäge

Wenn man an Handwerker und ihre Werkzeuge denkt, dann denkt man wahrscheinlich zunächst an einen Hammer oder auch einen Schraubendreher. Manche denken vielleicht auch an eine Säge.

Dabei denkt man häufig an die, insbesondere in Deutschland bekannte, Fuchssäge oder Feinsäge. Nahezu keiner wird an die Nokogiri, auch Japansäge genannt, denken. Diese Sägen zählen als besonders scharfe und präzise Sägen, welche zur Bearbeitung von Holz dienen. Sie arbeiten durch die Zugbewegung in Verbindung mit ihrer Schärfe besonders gut. Es ist nur ein minimaler Kraftaufwand nötig. Im Vergleich muss man bei einer Fuchssäge oder einer Feinsäge erheblich mehr Kraft aufwenden.

Sollten Sie eine Japansäge kaufen wollen, dann bietet es sich an, dass Sie sich den folgenden Informationstext durchlesen, damit Sie wissen, was eine gute Japansäge ausmacht.

Neben den Informationen aus diesem Artikel, haben wir Ihnen auch eine Vergleichstabelle zusammengestellt. Diese Tabelle kann Ihnen helfen, bis zu zehn verschiedene Japansägen auf einen Klick miteinander zu vergleichen.

Dies macht eine gute Japansäge aus

Eine Japansäge ist eine japanische Feinsäge. Sie arbeitet durch die Zugbewegung und nicht durch den Aufwand von Kraft. Durch das besonders dünne Sägeblatt kann die Säge alle Arten von Holz problemlos bearbeiten. Das Blatt ist häufig nur zwischen 0,3 und 1 Millimeter breit. Durch diese geringe Dicke kann man feine Schnitte durchführen, welche zu einem sehr guten Schnittbild führen.

Europäische Sägen hingegen arbeiten in den meisten Fällen durch Druckanwendung. Die Sägeblätter sind dicker als die, welche bei den japanischen Sägen verwendet werden. Dies liegt daran, dass die Sägeblätter sich nicht unter Druck verformen dürfen.

Außerdem ist die Sägebewegung zwischen den beiden Sägetypen unterschiedlich. Bei den europäischen Sägen wird durch viel Druck oder durch Stöße versucht das optimale Sägeergebnis zu erzielen.

Bei der japanischen Nokogiri wird die Säge zu dem eigenen Körper hingezogen. Dadurch gleitet das Sägeblatt durch das Holz. Auch härtere Holzarten seien kein Problem für die Japansäge. Dies wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass in Japan viel Bambus und andere Harthölzer geschnitten werden. Es ist also weniger überraschend, dass in Japan die Nokogiri erfunden wurde, welche selbst bei hartem Holz die Bearbeitung vereinfacht.

Durch die dünne Klinge wird aber nicht nur der Kraftaufwand geringer. Durch die Schärfe und der Dünne der Klinge kann sehr präzise und schnell gearbeitet werden. Durch die feinen und präzisen Schnitte werden weniger Sägespänne produziert.

In der japanischen Tradition wird das Sägeblatt mit der Angel geschmiedet. Diese wird dann in einem Griff aus Holz eingesetzt. Dieser besitzt meist eine Länge von 20 bis 30 Zentimetern. Modernere Japansägen werden mittlerweile auch mit Kunststoffgriffen produziert, welche auch eine europäische Form haben können. Dies liegt an den internationalisierten Verkäufen in Richtung Europa.

Japansägen - Für wen sie geeignet sind

Die bereits erwähnte Dünne der Klinge bringt nicht nur Vorteile mit sich. Die Säge einer Japansäge ist eher für erfahrenere Handwerker geeignet. Das dünne Klingenblatt kann schnell brechen, wenn man dieses falsch einsetzt. Außerdem sind die Zähne der Klinge besonders scharf. Dies birgt eine hohe Verletzungsgefahr.

Ein weiterer Nachteil, welcher durch die Dünne der Klinge entsteht, ist, dass ein bereits angesetzter Schnitt nicht mehr korrigiert werden kann. Sollte man versuchen den Schnitt zu korrigieren, wie man es bei einer europäischen Säge versuchen würde, dann würde die Klinge brechen.

Japansägen werden mittlerweile häufig von Tischlern, Schreinern, Modellbauern und Zimmerern genutzt, welche die Präzision und Schärfe wertzuschätzen wissen.

Bevor man die Japansäge regelmäßig benutzt, sollte man sich mit der Zugtechnik auseinandersetzen und diese üben. Sollte man vorher viel mit europäischen Klingen gearbeitet haben, dann sollte man zunächst einmal die Zugtechnik der Japanklinge ausprobieren und üben.

Die verschiedenen Arten der Japansägen

Unter den Japansägen gibt es verschiedene Arten dieser Säge.

Die Dozuki

Die Dozuki, übersetzt ins Deutsche „Säge mit Rumpf“, ist das Pendant zur europäischen Feinsäge. Die Dozuki ist nur einseitig mit Zähnen ausgestattet und hat einen stabilen Rücken. Diese Säge ist auch für Anfänger geeignet und insbesondere für saubere und gerade Schnitte gedacht. Die Tiefe der Schnitte ist durch den Rücken begrenzt. Dieser Typ der japanischen Sägen ist bei Modellbauern und anderen Arbeiten, welche eine besondere Feinheit benötigen, beliebt.

Die Kataba

Die Kataba ist das Gegenstück zum deutschen Fuchsschwanz. Auf Deutsch übersetzt heißt Kataba „einseitige Säge“. Der Name lässt bereits den Schluss zu, dass die Säge nur auf einer Seite über eine Verzahnung verfügt. Die Säge verfügt, wie auch der Fuchsschwanz, über keinen Rücken.

Die Kataba ermöglicht somit große und tiefe Schnitte. Die Kataba ist bei Gartenarbeiten und in der Zimmerei sehr nützlich. Durch die tiefen Schnittmöglichkeiten kann die Säge bei Baumarbeiten punkten. Bei der richtigen Benutzung kann die Kataba die europäische Astsäge oder die Astschere vollständig ersetzen und ebenfalls in größeren Dimensionen zufriedenstellend arbeiten.

Die Ryoba

Die Ryoba ist beidseitig mit Zähnen besetzt. Ryoba steht im Japanischen für die „Doppeltsäge“. Die Verzahnungen sind auf beiden Seiten unterschiedlich. Die eine Seite ist mit einer Dreiecksverzahnung verkleidet, welche sich für Längsschnitte eignet. Die andere Seite ist mit einer Trapezverzahnung ausgestattet. Diese eignet sich für Quer- und Schrägschnitte im Holz. Durch die drei verschiedenen Schnittmethoden, bietet diese Handsäge die Option Holz aller Arten zu bearbeiten. Da die Säge beidseitig verzahnt ist, besitzt die Ryoba keinen Rücken. Im Vergleich zu den restlichen Japansägen ist die Dicke des Klingenblattes dicker, als die der anderen Japansägen. Dadurch erhält sie trotz fehlenden Rücken im Vergleich eine hohe Steifigkeit und Stabilität. Die Ryoba stellt als Universalsäge die beste Option für tiefe Schnitte dar und ist bei Zimmermännern, sowie bei Hobbyhandwerker und Tischlern, besonders beliebt.

Die Kugihiki

Kugihiki, japanisch für Nagelsäge, ist mit einer ungeschränkten Zahnung ausgestattet. Das heißt, dass die Zähne alle exakt in einer Reihe liegen und nicht nach rechts oder links gebogen sind. Die Klinge kann plan auf das Objekt angebracht werden und bündig durchtrennt werden. Häufig dient sie zum bündigen Abschneiden von Holzdübeln.

Die Kobiki

Die Kobiki, die japanische Holzsäge, wird häufig für das Sägen von Brettern benutzt. Ist die Säge mit einer ungeschränkter Zahnung ausgestattet, dann kann die Säge auch zur Beschneidung von Bäumen eingesetzt werden.

Japansägen sind besonders scharf und für feine Schnittarbeiten geeignet.

Worauf Sie beim Kauf einer Japansäge achten sollten

Welche Japansäge sollten Sie kaufen? Dies müssen Sie letztendlich selber entscheiden. Im Folgenden wird Ihnen eine Kaufberatung vorgestellt, welche Ihnen die Entscheidung möglicherweise erleichtern könnte.

Eine Handsäge wird, wie der Name bereits aussagt, in der Hand gehalten. Da Sie mit der Säge arbeiten und diese bewegen müssen, sollten Sie auch das Gewicht der Säge beachten. Vor einem Kauf sollten Sie die verschiedenen Gewichte der Sägen vergleichen.

Ferner sollten Sie sich auch bewusst machen, wofür Sie die Säge nutzen wollen. Es gibt große und kleine Japansägen im Handel. Sollten Sie die Japansäge als Modellbauer benötigen, dann würde es Sinn machen, sich eine kleinere Säge zuzulegen, da man mit dieser feinere und kleinere Schnitte durchführen kann.

Sollten Sie die Säge eher als Ersatz für Ihre Astsäge gebrauchen wollen, dann sollten Sie eher auf eine dickere Blattstärke und ein längeres Sägeblatt zurückgreifen. Dabei sollten Sie dennoch im Hinterkopf behalten, dass die Japansägen eher für feinere Arbeiten gedacht sind und nicht für grobe Schneidearbeiten.

Bei der Blattstärke müssen Sie beachten, dass die Sägeblätter der Japansägen aufgrund ihrer Wirkweise dünner als bei ihren europäischen Gegenstücken ist. Die Sägeblätter werden durch die Zugspannung bei der Zugbewegung stabilisiert und verbiegen sich dadurch nicht so leicht, wie ihre europäischen Artgenossen, welche mit Druck arbeiten. Durch die Dünne der Klinge sägt die Japansäge sehr gerade. Die europäische Säge produziert mit ihrer dickeren Klinge viel gröbere Schnitte. Dafür kann die europäische Klinge nicht so schnell reißen oder brechen wie die Japansäge.

Weiter ist es wichtig zu wissen, ob Sie handwerklich bereits ein enormes Know-how und eines hohes handwerkliches Geschick besitzen oder ob Sie eher noch ein Anfänger sind. Dementsprechend sollten Sie die Schränkung der Zahnung der Klinge wählen. Die Schränkung beschreibt die Biegung der Sägezähne nach links und rechts. Je höher die Schränkung ist, desto einfacher kann ein Schnitt korrigiert werden und der benötigte Kraftaufwand ist geringer. Dafür ist das Sägeergebnis leicht gröber. Ein niedrigerer Schränkungswert führt zu besonders sauberen Schnitten. Eine Korrektur der Schnitte ist aber kaum möglich. Anfänger sollten dementsprechend eher auf eine Säge mit einer höheren Schränkung zurückgreifen.

Die Verzahnung der Japansägen

Japansägen sind entweder mit einer Dreiecksverzahnung oder einer Trapezverzahnung ausgestattet (außer die Ryoba). Trapezverzahnungen schneiden gut quer zu der Faser. Dreiecksverzahnungen sind ideal für das längs Schneiden einer Faser. Mittlerweile gibt es aber auch Universalverzahnungen, welche eine Mischung aus den beiden Verzahnungsarten bildet und somit sowohl Längsschnitte, als auch Querschnitte, meistern sollen.

Bei der Wahl der Marke sollten Sie auf Angebote im Internet achten, denn ein Blick ins Internet kann bei einer Kaufentscheidung helfen. Häufig werden auch Sets angeboten, welche aus mehreren Sägen bestehen oder aus einer Säge mit mehreren Ersatzsägeblättern. Ein solches Set kann sich rentieren, da die Klingen teilweise bis zu zwei Drittel des Preises einer Säge ausmachen.

Häufig gestellte Fragen rund um das Thema Japansäge

Wofür kann ich eine Japansäge benutzen?

Bei der Frage, ob Sie eine Laubsäge, eine Fuchsschwanzsäge oder eine Japansäge kaufen sollten, müssen Sie sich bewusst machen wofür Sie eine Säge benötigen. Eine Laubsäge kann dünne Äste, dünne Vollholz- und Sperrholzplatten zerschneiden.

Dickes und hartes Holz kann durch eine Laubsäge nicht geschnitten werden. Für dickes Holz und auch für große Holzplatten würden Sie eine Fuchsschwanzsäge benötigen. Diese schneidet mit ihrem dicken Sägeblatt breite Schnitte und kann gut nachkorrigiert werden.

Eine Japansäge kann sowohl dünnes, als auch dickeres Holz, zerschneiden. Das Sägeblatt ist deutlich dünner als das einer Fuchsschwanzsäge. Eine Nachkorrektur ist kaum möglich.

Sollten Sie dickes und dünnes Holz fein und sauber schneiden wollen und handwerklich begabt sein, dann sollten Sie sich eine Japansäge zulegen. Diese ist mit weniger Kraft zu bedienen und erzeugt feine und präzise Schnitte.

Gibt es bereits einen Test durch Stiftung Warentest?

Die Stiftung Warentest hat bis jetzt noch keinen Test veröffentlicht, welcher die Japansägen genauer betrachtet.

Sind Japansägen klappbar?

Es gibt Modelle unter den Japansägen, welche einklappbar sind. Dies ist natürlich sehr vorteilhaft, da die Säge so in dem Werkzeugkoffer verstaut werden kann, ohne dass die Sägeblätter an den anderen Werkzeugen abstumpfen. Dennoch sollten Sie aufpassen, dass Sie sich nicht beim Einklappen an den scharfen Klingen verletzten. Die Technik des Einklappens ist bei allen Sägen dieselbe.

Worauf muss ich bei einem Kauf der Japansäge achten?

Zunächst sollten Sie bedenken, ob sie handwerklich begabt genug sind, um eine Japansäge zu bedienen. Gründe, welche für eine erschwerte Bedienung sprechen, sind in den oberen Texten ausreichend beschrieben.

Was muss ich beim Sägen bedenken?

Das Sägeblatt ist besonders scharf. Dies sollte beim Sägen aufgrund der Verletzungsgefahr bedacht werden.

Ferner sollten Sie beim Schneiden immer Holz unterlegen. Falls sie ein Objekt durchgeschnitten haben und darunter befinden sich harte Materialien, dann kann das Sägeblatt daran stumpf werden, wenn es mit den harten Gegenständen in Kontakt kommt.

Die beste Kabata-Japansäge

Japansäge Testsieger

Hier finden Sie eine Auflistung an Testberichten. Bitte beachten Sie bei Ihrer Recherche, dass ein Japansäge Test nicht mit einem Japansäge Vergleich gleichzusetzen ist. Bei einem Vergleich werden Produktdaten miteinandern verglichen, wohingegen ein Test eine physische Bewertung nach fest definierten Kriterien voraussetzt.

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