Der Schleifstein – Ein Überblick vorab

  • Wenn Ihre Messer stumpf werden, dann können Sie Ihr Messer mit einem bzw. mit mehreren Schleifsteinen zu neuer Schärfe verhelfen.
  • Schleifsteine unterscheiden sich in ihrer Körnung. Umso höher die Angaben zur Körnung des Schleifsteines sind, umso weniger wird von der Klinge des Messers abgeschliffen und umso feiner kann das Messer geschliffen werden.
  • Man kann Schleifsteine nicht nur nach der Körnung unterschieden. Es existieren Vollsteine, welche nur aus einer Körnung bestehen und auch Wendesteine, welche eine Kombination aus zwei Körnungen darstellen.

Der Schleifstein

Wenn man Essen zubereitet, dann ist es nicht unüblich, dass man Früchte, Gemüse, Fisch oder Fleisch schneiden muss. Wenn ein Messer neu ist, dann gleitet dieses förmlich durch das zu schneidende Lebensmittel. Selbst bei sehr preiswerten Messern ist, beim ersten Schneiden ein überraschendes Ergebnis zu erzielen.

Oft verschlechtert sich das Schneideergebnis schon vom ersten bis zum zweiten oder dritten Mal enorm. Selbst bei teuren Modellen lässt nach einer geraumen Zeit die Schärfe der Klinge nach. Dies ist normal und gehört zum gewöhnlichen Verschleiß.

Wenn man aber teure Santokumesser, professionelle Kochmesser oder Messer aus hochwertigen Damaszener Stahl besitzt, dann wird man sich nicht nach drei Jahren ein neues Messer kaufen wollen, lediglich, weil dieses mit der Zeit stumpf geworden ist. Dank verschiedenen Schleifsteinen müssen Sie Ihr Messer nicht wegwerfen, sondern können diese schleifen und zu neuer Schärfe verhelfen. Oft wird ein Schleifstein auch als Abziehstein bezeichnet.

In dem folgenden Text werden wir Ihnen Information zu folgenden Punkten liefern:

  • Wie funktioniert ein Schleifstein?
  • Unterschiede zwischen Schleif und Wetzsteine
  • Die verschiedenen Schleifsteintypen
  • Die verschiedenen Körnungen bei Schleifsteinen
  • Besonderheit: Wellenschliff und Keramikmesser
  • Häufig gestellte Fragen
    • Wie schleife ich mein Messer richtig?
    • Wie pflege ich mein Schleifstein?
    • Sollte ich mir ein Vollstein oder ein Wendestein kaufen?

Neben diesen Informationen, die Sie in dem folgenden Text finden werden, haben wir für Sie eine umfassende Produkttabelle erstellt. Mit Hilfe dieser Vergleichstabelle können Sie bis zu zehn Produkte auf einmal untereinander vergleichen. Auf diese Weise ist es Ihnen möglich, mit minimalem Zeitaufwand die wichtigsten Kriterien unterschiedlicher Abziehsteine miteinander zu vergleichen.

Ferner können Sie, indem Sie in der Vergleichstabelle zwei oder drei Modelle mit einem Klick auswählen, diese automatisch gegenüberstellen lassen, sodass Sie den für Sie besten Abziehstein kaufen können. Auf diese Weise wollen wir Ihnen helfen, ein Produkt zu erwerben mit dem Sie zufrieden sind.

Die Funktion eines Schleifsteines

Bereits vor 200.000 (in Worten: Zweihunderttausend) Jahren wussten die Menschen, welche zu dieser Zeit gelebt haben, dass man Steine und Knochen mit härteren Materialen schärfen konnte. Seit dieser Zeit haben die Menschen die Schleifwerkzeuge immer weiter entwickelt und die Schleiftechniken verbessert. Das Prinzip des Schleifens ist aber nach wie vor die Selbe.

Durch das Schneiden entstehen in der Klinge des Messers kleine feine Rillen, Auffaserungen, Splitter und Kanten. Diese Beschädigungen werden in der Fachsprache auch als Grate bezeichnet. Durch diese minimalen Beschädigungen ist die Klinge des Messers nicht mehr zu hundert Prozent glatt. Dadurch gleitet das Messer nicht mehr so gut durch die Lebensmittel, die Schärfe lässt nach.

Durch den Schleifvorgang werden die Beschädigungen abgerieben, diese sind meist mit den Augen kaum zu sehen. Dieser Vorgang hat zur Folge, dass Unebenheiten wieder geebnet werden.

Dadurch alleine wird die Klinge nicht wieder scharf. Beim einfachen Entfernen der Grate ändert sich der Winkel der Klinge. Dadurch wird diese ebenfalls nach einer Zeit stumpf. Um das Messer trotzdem scharf zu halten, muss man auch den Winkel wieder herstellen. Dies passiert, wenn man die Form der Klinge verändert (in die ursprüngliche Form).

Die Unterschiede zwischen Schleif- und Wetzsteinen

Oft werden die Begriffe Schleif- und Wetzstein synonym verwendet. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Prinzipen.

Durch das Schleifen mit einem Schleifstein werden nicht nur die Grate der Klinge entfernt, sondern auch die Form der Klinge wird verändert. Dadurch kann eine stumpfe Klinge wieder scharf werden, da sich der Winkel der Schneide zurück in die Ursprungsform verändert.

Beim Wetzstein werden lediglich die Grate entfernt. Dies führt höchstens zu einer kurzzeitigen, minimalen Verbesserung. In der Regel wird durch einen Wetzstein aber nur die bestehende Schärfe beibehalten. Ist ihr Messer bereits stumpf, dann sollten Sie einen Schleifstein verwenden.

Die unterschiedlichen Schleifsteintypen

Der japanische Wasserstein

Der japanische Wasserstein ist zugleich die traditionelle Art mit Wasser zu schleifen und ist, wie der Name bereits aussagt, ein Wasserschleifstein. Bei diesem Schleifsteintyp sind die einzelnen Schleifkörner nur leicht miteinander verbunden. Das hat zur Folge, dass stumpfe Körner schnell herausbrechen und die neuen, scharfen Körner an die Oberfläche treten. Dadurch ist der Verschleiß des Schleifsteines erhöht. Bei moderneren japanischen Schleifsteinen ist die Verbindung der Körner erhöht, sodass der Verschleiß verringert wird.

Der Vorteil dieses Schleifsteintyps ist, dass er sehr effektiv ist. Der Nachteil besteht in der eben beschriebenen Abnutzung. Wichtig vor dem Benutzen ist, dass Sie den Schleifstein für mindestens 15 Minuten in Wasser einweichen lassen, sodass dieser sich mit Wasser vollsaugen kann. Der Wasserstein entfernt den entstandenen Schmirgel und das Messer wird nicht zu heiß.

Der europäische Wasser- und Ölstein

Ein europäischer Wasser- und Ölstein ist im Vergleich zum japanischen Wasserstein härter in der Bindung. Die Körner brechen nicht so schnell aus der Oberfläche und die Schleiffläche bleibt sehr eben. Dadurch ist der Schleifstein gut für das gröbere Schleifen. Die Oberfläche wird bei diesem Schleifsteintyp mit Öl oder Wasser benetzt.

Der Diamantschleifstein

Der Diamantschleifstein ist nicht, wie sein Name versprechen mag, aus reinen Diamanten. Dennoch ist dieser Schleifsteintyp sehr teuer in der Anschaffung. Die Oberfläche ist bei diesem Schleifstein mit Diamanten beschichtet. Diamanten sind bekanntlich sehr hart. Dadurch erzeugen diese einen hohen Materialabtrag beim Messer. Das heißt, dass die Schleifleistung sehr gut ist. Ferner wird dieser Schleifstein in den meisten Fällen trocken und ohne Wasser verwendet.

Die Naturschleifsteine

Zu guter Letzt kommen wir zu den Naturschleifstein. Es gibt zwei Naturschleifsteine, welche für den feinen Schliff sehr bekannt sind, zum einen der belgische Brocken und zum anderen der Arkansas Schleifstein. Für den groben Schliff wird häufig der Washita Stein verwendet. Naturschleifsteine werden immer seltener verwendet. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass solche Steine den Nachteil haben, dass es sein kann, dass die Steine über Bruchstellen oder Einschlüsse verfügen und somit fehlerhaft sind.

Die Körnungen bei Schleifsteinen

Die Körnung bei Schleifsteinen ist essenziell. Von der Körnung ist abhängig wie grob oder fein man ein Messer schleifen kann. Die Feinheit der Körnung wird dabei in JIS Körnung (für japanische Schleifteile) und FEPA Körnung (für europäische Körnung) angegeben.

Als Merksatz kann man folgendes sagen: Je höher der Wert der Körnung ist, desto feiner schleift ein Stein, und ein höherer Körnungsgrad führt zu einem geringeren Abrieb an der Klinge.

400 JIS bzw. 260 FEPA sind eher für einen groben Schliff gedacht. Sollte das Messer vollständig stumpf sein, dann bietet sich dieser Körnungsgrad an.

1000 JIS (400 FEPA) ist für einen normalen Schliff gedacht. Das heißt, wenn ein scharfes Messer über die Jahre durch den Verschleiß stumpf geworden ist, kann man diese Körnung verwenden. Eine Körnung von 400 FEPA bzw. 1000 JIS leistet eine gute Grundarbeit am Material.

Zwischen 3000 JIS und 4000 JIS (1000 FEPA und 1200 FEPA) wird das Messer durch den Schleifstein fein geschliffen.

Der höchste Körnungsgrad ist 8000 JIS bzw. 2000 FEPA. Durch diese Körnung wird das Messer spiegelnd geschliffen.

Besonderheiten bei den Abziehsteinen – Die Keramik- und Wellenschliffmesser

Keramikmesser verfügen über eine außerordentlichen Schärfe und Härte. Aufgrund der Härte sollten Keramikmesser durch einen Profi mit einer Diamantschleifscheibe geschliffen werden.

Ebenso stellen Messer mit einem Wellenschliff eine Besonderheit dar. Würden Sie das Messer eigenständig mit einem Schleifstein schleifen, dann würden Sie die Wellen „wegschleifen“. Deshalb sollten Sie den Schliff eines Wellenschliffmessers einem Profi überlassen.

Häufig gestellte Fragen rund um das Thema Abziehstein

Wie schleife ich mein Messer richtig?

Falls Sie Ihr Messer schleifen wollen, dann müssen Sie darauf achten was für einen Schleifstein Sie benutzen und ob dieser angefeuchtet oder eingeölt werden muss oder ob dieser trocken verwendet wird. In der Regel sind die meisten Schleifsteine aber Wasserschleifsteine. Lediglich Diamantschleifsteine können, je nach Hersteller, trocken verwendet werden.

Das Schleifen Ihres Messers sollte in folgenden Teilschritten durchgeführt werden: Vorschliff, Hauptschliff, Feinschliff.

Dabei sollten Sie mit einem niedrigen Körnungsgrad anfangen und sich dann immer weiter hocharbeiten. Zum Ende kann man noch einen Lederriemen oder eine Polierpaste benutzen.

Sie sollten für Ihr Messer einen Schleifwinkel zwischen 15 und 20 Grad aussuchen. Dieser sollte die ganze Zeit möglichst aufrechterhalten werden.

Zwischendurch können Sie Ihr Messer mit Wasser abspülen um die Schleifprodukte von der Klinge zu entfernen. Achten Sie ferner darauf, dass der Schleifstein feucht genug bleibt.

Wie oft muss ich mein Messer schärfen?

Letztendlich sollten Sie Ihr Messer dann schärfen, wenn es Ihnen zu stumpf vorkommt.

Grundsätzlich  Weiche Klingen lassen sich leichter Schleifen als harte Klingen aber müssen dafür häufiger geschliffen werden. Harte Klingen sind schwerer zu schleifen aber nutzen sich dafür langsamer ab.

Falls Sie gerne schleifen sollten, dann sollten Sie sich ein Messer mit einer weichen Klinge kaufen. Wer dem Schleifen eher abgeneigt ist, der sollte ein Messer erwerben, welches mit einer harten Klinge ausgestattet ist.

Wie pflege ich meinen Schleifstein?

Ihr Schleifstein wird nach einiger Zeit der Nutzung uneben. Dies führt zu schlechteren Schleifergebnissen. Mit einer niedrigeren Körnung eines Schleifsteines können Sie einen anderen Schleifstein wieder plan schleifen.

Was ist ein Schleifsteinset?

Ein Schleifsteinset stellt eine Kombination aus mehreren Schleifsteintypen und auch Körnungen der Schleifsteine dar. Manchmal sind auch zusätzliche Artikel beigelegt, wie beispielsweise einer Polierpaste, einem Lederriemen oder auch schnittfeste Handschuhe.

Worauf sollte ich beim Kauf eines Abziehsteins achten?

Sollten Sie Ihr Messer regelmäßig schleifen und Spaß daran haben, dann sollten Sie wahrscheinlich mehrere Vollsteine kaufen. Vollsteine sind Steine, welche vollständig aus einem Körnungsgrad bestehen. Dadurch brauchen Sie zwar mehrere Schleifsteine aber können diese länger nutzen. Außerdem können Sie mit einem Schleifstein die anderen eben schleifen, falls diese uneben sind.

Sollten Sie nur sehr unregelmäßig Messer schleifen, dann bietet sich ein Wendestein an. Bei diesem ist auf beiden Seiten ein anderer Körnungsgrad. Der Nachteil bei diesen Steinen ist, dass die beiden Seiten nicht trennbar sind. Sie bräuchten also einen weiteren Stein, um die Körnungen wieder plan zu schleifen.

Messer schärfen auf Schleifsteinen in 5 Schritten

Abziehstein Testsieger

Hier finden Sie eine Auflistung an Testberichten. Bitte beachten Sie bei Ihrer Recherche, dass ein Abziehstein Test nicht mit einem Abziehstein Vergleich gleichzusetzen ist. Bei einem Vergleich werden Produktdaten miteinandern verglichen, wohingegen ein Test eine physische Bewertung nach fest definierten Kriterien voraussetzt.

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