Rollatoren - Mobilität im Alltag erhalten

Rollatoren gehören zum alltäglichen Stadtbild. Doch bis vor wenigen Jahren gab es diese nützliche Geh – und Alltagshilfe noch gar nicht. Zu Anfang boten einfache Stöcker eine Stütze. Eine Erleichterung war da schon eine Astgabel, auf die man sich mit den Achseln stützen konnte. Bei der Benutzung dieser Art Gehhilfe war jedoch immer eine gewisse Muskelkraft im Oberkörper vonnöten. Auch diverse Modifikationen der Krücken konnten das nicht ändern.

Die zündende Idee aus Schweden

Es dauerte bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts, bis eine junge Schwedin die zündende Idee hatte. Aina Walfalk litt an den Folgen einer Kinderlähmung und suchte nach einer Möglichkeit, ihre Selbstständigkeit wiederzuerlangen.

Sie entwickelte eine Gehstütze, die auf vier Rädern fuhr. Auf dieser konnten sich selbst körperlich schwächere Menschen gleichzeitig abstützen und vorwärts bewegen. Der heutige Rollator ist leicht, faltbar, lässt sich leicht verstauen und bedienen und bietet vielen Menschen mit Gehbehinderung eine Möglichkeit, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten.

Wer kann Rollatoren nutzen?

Häufig kaufen Senioren einen Rollator, um sich ihre Selbstständigkeit und ihre Gehfähigkeit zu erhalten. Es erleichtert ihren Alltag und bietet ihnen bis ins hohe Alter die Möglichkeit, auf der Straße und in der Wohnung mobil zu bleiben. Gehbehinderungen ergeben sich aber nicht nur aus altersbedingten Einschränkungen. Auch bei jungen Menschen treten Lähmungen auf, die eine Gehhilfe notwendig machen, bei Multipler Sklerose oder Kinderlähmung beispielsweise.

Rollatoren eignen sich aber auch als Rehabilitationsinstrument bei Operationen an der Hüfte, oder schweren Unfällen und Schlaganfällen, nach denen die Gehfähigkeit stark eingeschränkt ist und wieder erlernt werden muss.

Welcher Rollator passt zu Ihnen?

Generell unterscheidet man Rollatoren in Standardausführungen und Komfortausführungen. Standardausführungen sind nur mit dem ausgestattet, was für einen sicheren Betrieb notwendig ist. Das beinhaltet eine Konstruktion aus vier Rädern, auf die Sie sich mit Hilfe von Handgriffen stützen können. An diesen Handgriffen sind Bremsen befestigt, über die sich der Rollator bremsen und feststellen lässt. Als einzige Zugeständnisse an den Komfort besitzt die Standardausführung einen Sitz und eine Tasche.

Die Komfortausführung besitzt neben der Standardausstattung auch noch einige Komponenten, die Komfort und Sicherheit erhöhen. Eine Sicherheitseinrichtung ist eine LED – Beleuchtung und Reflektoren. Viele besitzen einen Rückengurt hinter dem Sitz, in den Sie sich lehnen können.

Einige haben sogar eine Rückenlehne. Gehstock – und Schirmhalter sind ebenso nützliche Komponenten, wie Getränkehalter. Einige Rollatoren besitzen auch Halterung für einen aufgeklappten Regen – oder Sonnenschirm. So können Sie sich vor Wetter schützen und den Rollator trotzdem mit zwei Händen sicher führen.

Rollatoren für spezielle Bedürfnisse

Nach Schlaganfällen und schweren Unfällen fehlt einigen Patienten die Kraft, sich mit den Händen am Rollator festzuhalten. Für diese Menschen gibt es spezielle Konstruktionen mit Armstützen anstatt Handgriffen. Viele Rollatoren sind nur für Personen mit einem Gewicht von höchstens 130kg ausgelegt.Dafür gibt es besondere XXL – Rollatoren, mit extra verstärkter Konstruktion.

Für Menschen mit stärkerer Gehbehinderung, die zum Beispiel an Multipler Sklerose erkrankt sind, gibt es Konstruktionen, die sich leicht von einem Rollator in einen Rollstuhl verwandeln lassen.

Einen Rollator kaufen - Worauf müssen Sie achten?

Zu allererst spielt die Art Ihrer Erkrankung eine wichtige Rolle. Sind Sie altersbedingt auf einen Rollator angewiesen, leiden Sie unter den Folgen eines Unfalls oder führt eine bestimmte Erkrankung zu Ihrer Gehbehinderung. Danach sollten Sie die Grundkonstruktion des Rollators aussuchen.

Der nächste wichtige Punkt ist Ihr Körpergewicht. Achten sie darauf, dass der Rollator Ihr Gewicht angemessen stützt, um Stürze und Verletzungen zu vermeiden. Rollatoren für Haus und Wohnung sind meist schmaler, um Ihnen die Bewegung in engen Räumen zu ermöglichen. Häufig besitzen diese keinen Sitz. Rollatoren für draußen sind stabiler gebaut, breiter und besitzen einen Sitz. Achten Sie darauf, dass sie bequem auf den Sitz passen. Luftbereifung ermöglicht es Ihnen, auch auf Kopfsteinpflaster und Feldwegen sicheren Halt zu finden.

Ihr Rollator sollte in jedem Fall über Bremsen und eine Feststellfunktion verfügen. Auch das Falten sollte so einfach sein, dass Sie es auch ohne fremde Hilfe schaffen. Nutzen sie häufig öffentliche Verkehrsmittel, dann spielt das Gewicht des Rollators eine Rolle. Testen Sie, ob sie den Rollator alleine anheben können.

Zusätzliche Beleuchtung und Reflektoren am Rollator erhöhen Ihre Sichtbarkeit. Praktische Zusatzelemente sind der Gehstockhalter und eine abnehmbare Tasche, in der Sie Ihre Einkäufe verstauen und transportieren können.

Sollten Sie Ihren Rollator gebraucht kaufen, achten Sie unbedingt darauf, dass er noch einwandfrei funktioniert. Außerdem sollte er auch hygienisch gepflegt sein.

Vor dem Benutzen - Übung machts

Bevor Sie sich mit Ihrem neuen Rollator ins Getümmel stürzen, sollten Sie ihn unbedingt ráuf Ihre Körpergröße einstellen. Erhöhen oder senken Sie die Handgriffe so, dass Sie in einer geraden Körperhaltung laufen können. Ihre Füße sollten sich dabei zwischen den Hinteren Rädern befinden.

Auch die Nutzung des Rollators muss geübt werden. Nur so können Sie sich auf der Straße sicher mit ihrer Gehhilfe bewegen. In erster Linie geht es darum, die Funktionen Ihres Rollators kennen zu lernen. Üben Sie unbedingt das Falten des Rollators. Gewöhnen Sie sich außerdem an die Bremswirkung der Bremsen und üben Sie das korrekte Anziehen der Feststellbremsen.

Der Rollator Führerschein

Einige Verkäufer von Rollatoren bieten sogar Kurse an, in denen Sie Ihren Rollator kennen lernen können. Dieser Rollator Führerschein kann nützlich sein, wenn Sie im Umgang mit der Gehhilfe unsicher sind. Außerdem können dabei sämtliche Funktionen erklärt und deren Handhabung erlernt werden.

Wer bezahlt den Rollator?

Wie in den meisten Fällen unterscheiden sich die Preise für Rollatoren teils enorm voneinander. Die meisten Standardausführungen und auch einige mit Komfortkomponenten bewegen sich in einem Preisbereich von 250 bis 300 Euro.

Standardausführungen sind jedoch auch schon ab 60 € zu haben. Gebrauchte Rollatoren können natürlich günstiger sein. Je nachdem bei welcher Krankenkasse Sie versichert sind, kann der Kauf eines Rollators bezuschusst werden.

Informieren Sie sich frühzeitig, ob sie dafür ein Attest von Ihrem Hausarzt benötigen. Nach oben sind den Preisen keine Grenzen gesetzt.

Was wichtig ist

Ein Rollator bietet Ihnen nicht nur die Möglichkeit, mobil zu bleiben, es erhält, anders als der Rollstuhl, auch Ihre Gehfähigkeit. Orientieren Sie sich beim Kauf unbedingt am Preis – Leistungs – Verhältnis. Überlegen Sie sich genau, wofür Sie den Rollator nutzen.

Erlernen Sie den Umgang mit Ihrem Rollator, bevor Sie sich damit in den Straßenverkehr begeben. Achten Sie beim Kauf darauf, dass alle notwendigen Sicherheitskomponenten vorhanden sind. Dann wird Ihr Rollator eine zuverlässige Hilfe für Ihren Alltag bieten.

Umgang mit dem Rollator

Rollatoren Testsieger

Hier finden Sie eine Auflistung an Testberichten. Bitte beachten Sie bei Ihrer Recherche, dass ein Rollatoren Test nicht mit einem Rollatoren Vergleich gleichzusetzen ist. Bei einem Vergleich werden Produktdaten miteinandern verglichen, wohingegen ein Test eine physische Bewertung nach fest definierten Kriterien voraussetzt.

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